Das Geldrätsel

Stellen Banken Falschgeld her?

Wie bereits in der Frühzeit der Bankgeschichte geschehen, kann keine Bank der Versuchung widerstehen, das eingelagerte Geld der Kunden auf eigenen Rechnung zu verleihen. Es handelte sich damals um eingelagerte Goldmünzen für die Zettel (Banknoten) ausgegeben wurden. Die geschah jedoch nicht im Verhältnis 1:1 sondern 1:4. Für 1 Goldmünze wurden 4 Banknoten mit dem Wert dieser Münze ausgegeben.


Dieses Verhältnis unterlag gewissen Anpassungen,  um die Zahlungsfähigkeit der Banken sicherzustellen. Noch im 19. Jahrhundert galt die Dritteldeckung als äußerst seriös und wurde 1875 gesetzlich verankert.  Das diese Nutzung einen Missbrauch darstellte, erkannte man noch Anfang des 20.Jahrhunderts eindeutig. Dieses zweifelhafte Verhalten der Banken ist heute ganz aus dem Blickfeld verschwunden. Auch wenn sich die Deckung damals auf das Verhältnis zwischen hinterlegten Goldmünzen und Banknoten bezog, ist das heutige Verhältnis von Bargeld zu Bankguthaben (Sichteinlagen) von der Sache her vergleichbar.

Ein anderes Beispiel mit ähnlichem Sachverhalt aus der heutigen Wirtschaftswelt mag dieses Verhalten verdeutlichen. Ein Unternehmer möchte eine neue Produktionsmaschine kaufen und benötigt dazu noch Geld, welches er sich bei seiner Bank leiht. Als Pfand überträgt er ihr schriftlich das Eigentum an der neuen Maschine. Da die Kreditsumme jedoch immer noch nicht zum Kauf der Maschine reicht, geht er zu einer zweiten Bank und bittet um einen Kredit. Auch dieser Bank sichert er schriftlich das Eigentum an der neuen Maschine zu. Gleichermaßen verfährt er mit einer dritten Bank. Auch ohne genaue Kenntnis der Rechtslage würde man dieses Vorgehen als Betrug bezeichnen. Solange er jedoch seine Zins- und Tilgungszahlungen regelmäßig leistet, wird niemand auf diesen Betrug aufmerksam. Sind alle Schulden getilgt ist auch dieser Missbrauch der Eigentumsrechte nicht mehr sichtbar. Erst wenn er zahlungsunfähig wird, fällt der Schwindel auf. Ähnlich gehen die Banken bei der Geldschöpfung vor. Das Eigentumsrecht an dem vorhandenen Bargeld wird mehrfach verkauft. Eine gesetzliche Regelung, dass dies als Betrug zu ahnden sei, existiert jedoch offensichtlich nicht.

Dies ist jedoch nur eine von mehreren Theorien zu unserem Geldsystem. So geht zum Beispiel die Kredit-Vermittlungstheorie davon aus, dass die Banken lediglich "Spargelder" der Bankkunden einsammeln und diese als Darlehen an andere Konsumenten und Unternehmer weitergeben. Ein fraglos äußerst seriöses Vorgehen der Banken, wenn sie denn so arbeiten. Es steht aber in krassem Widerspruch zu der vorherigen Erklärung.

Das Rätsel scheint also doch nicht so einfach zu lösen sein.